Rumänienrundreise

der IG-Motorrad vom 07.07. – 22.07.2018
oder
„Wenn man einen Traum mit anderen Freunden teilen darf“

(Text Einhard Schmidt, Fotos verschiedene Reiseteilnehmer)

In der letzten Ausgabe der IPA-Rundschau habe ich über die bevorstehende Motorradrundreise durch Rumänien berichtet und nach unserer Rückkehr einen umfassenden Bericht mit eindrucksvollen Fotos angekündigt.

Leider kann ich mein Versprechen nicht ganz erfüllen, da hierfür die Seiten der IPA-Rundschau bei weitem nicht ausreichen. Viel zu viel haben wir erlebt und in Bildern festgehalten (>1.100 Fotos).

Vorab kann ich aber sagen, die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit die uns entgegengebracht wurde war sagenhaft,  wie auch das Land mit den verkehrsarmen Motorrad-Traumstraßen. Die Straßen waren grundsätzlich in einem guten Zustand. Manchmal gab es aber auch „lustige Straßen“, wie unsere Reiseführer zu sagen pflegten…

War die Unterkunft einfach und weit abgelegen in kleinen Dörfern, umso mehr wurden wir um- und versorgt. Die Butter wurde noch selbst gemacht, das Fleisch stammte aus eigener Schlachtung und das Gemüse wuchs gleich hinter dem Haus – in Rumänien noch eine Selbstverständlichkeit – einfach lecker und vor allen Dingen reichhaltig!

So erfüllte sich mein langjähriger Traum, endlich einmal das ferne und mir unbekannte Rumänien kennen zu lernen. Die Entscheidung, dieses in einer Gruppe wie die IG-Motorrad zu tun, war großartig.

Zum Erfolg der Reise trugen aber nicht nur Land, Leute und das gute Wetter, sondern auch unsere beiden rumänischen Reiseführer bei, welche uns auf ihren eigenen Motorräderbegleiteten. Mit  Begeisterung stellten Sie ihr Land vor und zeigten uns viele Sehenswürdigkeiten und schöne Orte. Ein Genuss für Kulturliebhaber und Motorradfahrer gleichermaßen. 

Unsere Reiseroute führte uns zunächst in den Norden Rumäniens, in das Gebiet der Maramures, nach Botiza, Moldovita, Bistrita und Sighisoara (Schäßburg), zum Geburtshaus von Vlad III. Dracul, besser bekannt als Vampir Graf Dracula.  Von dort ging es weiter nach Sibiu (Hermannstadt). Etwas südlich trafen wir auf den Karpartenbogen und überquerten diesen mit einem breiten Grinsen,  nämlich auf den Passstraßen „Transfagarasan“ (2.042m) und der „Transalpina“ (2.145m).  Zugegeben, die Ausblicke waren traumhaft – so behaupteten es später jedenfalls die Sozias…wir Fahrer hatten vielmehr den Blick für die schier unendliche Aneinanderreihung von Kurven und Spitzkehren – bergauf und bergab, auf gut 150 km. Aufgrund der geringen Verkehrsdichte kilometerweit sogar in Alleinfahrt!

Die 10-tägige Rundtour durch Siebenbürgen und die Karparten endete in Garda de Sus. Unsere Reiseleiter versäumten es jedoch nicht, uns noch bis an die rumänisch/ungarische Grenze zu begleiten. Auf eigener Faust ging es dann nach Budapest, wo wir von unserem IPA-Freund Laszlo Sandor und Béla Fiskovics als IPA-Präsident der MEPA (Mitteleuropäische Polizeiakademie) in der gleichnamigen Unterkunft erwartet wurden. Der Tag endete in einem Restaurant, welches direkt an der Donau lag und uns einen herrlichen Blick auf die Stadt ermöglichte. Beim Essen waren auch Ferenc Juhasz (IPA-Präsident der Bereitschaftspolizei) und Laszlo Lisoczki (der stellv. Chef der Parlamentswache) anwesend. Laszlo zeigte sich als hervorragender Dolmetscher, so dass wir intensive Gespräche führen konnten.

Am nächsten Tag fuhren wir in einem angemieteten Bus und in Begleitung einer deutschsprachigen Reiseleiterin quer durch Budapest. Absolutes Highlight war dabei das ungarische Parlament, welches wir dank der IPA-Kontakte besonders intensiv und ohne großartige Formalien bei der Einlasskontrolle besichtigen konnten. Wir haben zwar nicht alle 691! Räume gesehen, aber das was uns in Begleitung der Parlamentswache gezeigt wurde, war einfach überwältigend. 

Auch dieser Tag endete viel zu schnell, so dass es am nächsten Morgen weiter nach Wien ging. Hier trafen wir auf Karl Mitsche (IPA Wien). Wir verbrachten den Abend bei einem guten Essen und besuchten auch den Wiener Prater. Nach einer kurzen Nacht trafen wir uns nach dem Frühstück wieder mit Karl, der uns mit U- und Straßenbahn, wie auch zu Fuß „seine“ Stadt zeigte. Traumhaft – doch leider viel zu kurz. Am Nachmittag trafen wir Torsten Meintz (ehemaliger Polizeibeamter und der Liebe wegen nach Wien ausgewandert…) und seine Ehefrau Dagmar, welche uns noch den Stefansdom zeigten.  In einem Wiener Café und einem Szene-Lokal ließen wir den Tag ausklingen, bevor es abends zum Autozug ging und wir die Rückreise nach Hamburg antraten.  Trotz der vielen Eindrücke und dem Schaukeln der Wagons erreichten wir alle ausgeruht und überglücklich Hamburg.

Mein Dank gilt allen IPA-Freunden für die großartige Unterstützung, unseren Reiseführern für die exzellente Reisebetreuung und ganz besonders allen Mitfahrer(innen) der IG-Motorrad für das gemeinsame Erleben der vielen unvergesslichen Augenblicke.

Ein Sprichwort sagt: Geteilte Freude ist doppelte Freude – so ist ein Traum in Erfüllung gegangen!

Zwei Anmerkungen noch zum Schluss: Aufgrund eines Nierensteinsmusste Klaus Neumann mit seiner Frau Astrid die Motorradreise bereits am 2. Tag abbrechen. 

Am 4. Tag verstauchte sich Manfred Glage den linken Fuß. Das Tragen eines Motorradstiefels war aufgrund der starken Schwellung nicht mehr möglich. Hart im Nehmen und mit einer „modifizierten Motorrad-Sandale“ am Schaltfuß konnte er aber die Reise bis zum Ende durchführen. 

Zuhause wurde dann ein Knöchelbruch diagnostiziert und ihm in einer Operation eine Platte mit 8 Schrauben eingesetzt.  Zum Glück sind die Beiden wohlauf und auf den Weg der vollständigen Genesung!